Ratgeber
App-Entwicklung: Was Kosten verursacht und wie Sie sie einschätzen
Die Kosten einer App sind Stunden mal Stundensatz. Entscheidend ist, welche Funktionen diese Stunden verursachen. Hier sehen Sie die Treiber und drei Beispielrechnungen.
Kurzantwort: Was kostet App-Entwicklung?
Bei einer Agentur kostet eine App nach den Annahmen dieses Rechners zwischen 17.000 € für eine kleine Termin-App und 260.000 € für eine Außendienst-App mit Offline-Betrieb auf drei Plattformen. Der Stundensatz liegt dabei zwischen 95 und 135 € netto, Stand Oktober 2026.
So lesen Sie die Zahlen
Jede Angabe ist eine Spanne. Die untere Grenze gilt für ein Projekt, in dem alles glatt läuft, die obere für eines mit Nacharbeit und Änderungswünschen. Ein Angebot ersetzt die Schätzung nicht, aber sie hilft Ihnen, Angebote einzuordnen.
Möchten Sie Ihr eigenes Vorhaben durchrechnen, nutzen Sie den App-Kostenrechner.
Die fünf Bausteine einer Schätzung
Agenturen kalkulieren eine App in Phasen. Der Rechner übernimmt diese Gliederung, damit Sie Angebote Posten für Posten vergleichen können:
- Konzept: Anforderungen klären, Abläufe festlegen, Funktionen priorisieren.
- Design: Aufbau der Bildschirme, Bedienlogik, Farben und Formen.
- Entwicklung: Programmierung der App, der Datenhaltung und der Schnittstellen.
- Test: Prüfung der Funktionen, Geräte und Sonderfälle vor der Veröffentlichung.
- Projektleitung: Termine, Abstimmung und Freigaben, im Modell 15 bis 18 Prozent der übrigen Stunden.
| Baustein | Stunden | Kosten netto |
|---|---|---|
| Konzept | 45 – 75 | 4.500 – 10.000 € |
| Design | 55 – 100 | 5.100 – 12.700 € |
| Entwicklung | 250 – 430 | 24.000 – 58.000 € |
| Test | 60 – 100 | 5.000 – 11.600 € |
| Projektleitung | 65 – 125 | 6.500 – 18.800 € |
| Gesamt | 480 – 830 | 45.000 – 111.000 € |
Am Kundenportal sehen Sie, wie sich ein Projekt verteilt: Die Entwicklung trägt den größten Anteil, Test und Projektleitung folgen mit deutlichem Abstand. Wenn ein Angebot einen dieser Bausteine gar nicht ausweist, sollten Sie nachfragen, ob er enthalten ist.
Die Kostentreiber im Einzelnen
Plattform
Eine Web-App läuft im Browser auf allen Geräten. Native Apps für iOS und Android werden separat entwickelt und getestet. Das Modell setzt für die Entwicklung den Faktor 1,35 je nativer Plattform an und 1,9 für alle drei zusammen, weil der Server gemeinsam genutzt wird.
Nutzerkonten und Rollen
Eine einfache Anmeldung kostet im Modell 25 – 40 Stunden, ein Rollenkonzept mit Rechten 81 – 131 Stunden. Jede Rolle muss gedacht, gebaut und getestet werden.
Bildschirme und Datenobjekte
Ein Bildschirm erzeugt Konzept-, Design-, Entwicklungs- und Testaufwand von zusammen 11 – 18,5 Stunden, ein Datenobjekt wie „Kunde“ oder „Termin“ von 8,5 – 14 Stunden. Diese beiden Werte wachsen mit jeder Funktion.
Schnittstellen
Jede Anbindung an ein anderes System (Buchhaltung, Kalender, Warenwirtschaft) kostet im Modell 21 – 40 Stunden. Der Aufwand hängt stark davon ab, wie gut die Schnittstelle des Fremdsystems dokumentiert ist.
Zahlungen, Offline-Betrieb und Admin-Bereich
Zahlungen (39 – 65 Stunden) verlangen saubere Behandlung von Fehlerfällen. Offline-Fähigkeit (60 – 113 Stunden) heißt, Daten lokal zu speichern und später abzugleichen. Ein Admin-Bereich (51 – 87 Stunden) macht die App pflegbar, ohne dass Sie Entwickler brauchen.
Designanspruch
Standardbausteine senken den Design-Aufwand auf das 0,6-Fache, eine individuelle Gestaltung mit eigener Bewegung und Illustration hebt ihn auf das 1,8-Fache und erhöht die Entwicklung um 15 Prozent.
Drei Beispielrechnungen
Die Beispiele verwenden die Voreinstellungen des Rechners. Es sind Modellfälle, weder Angebote noch Referenzprojekte.
Kleine Termin-App
Ein Betrieb möchte, dass Kunden Termine online anfragen und selbst verschieben können. Es gibt Anmeldung, eine Terminübersicht, ein Formular und eine Bestätigungsansicht. Die Gestaltung nutzt gängige Bausteine.
Annahmen: Web-App mit Anmeldung, sechs Bildschirmen und drei Datenobjekten, Standardgestaltung, ohne Admin-Bereich und ohne Schnittstellen.
| Baustein | Stunden | Kosten netto |
|---|---|---|
| Konzept | 25 – 35 | 2.200 – 4.900 € |
| Design | 15 – 30 | 1.500 – 3.800 € |
| Entwicklung | 95 – 160 | 9.200 – 21.500 € |
| Test | 25 – 40 | 1.900 – 4.400 € |
| Projektleitung | 25 – 50 | 2.500 – 7.100 € |
| Gesamt | 185 – 310 | 17.300 – 42.000 € |
Die untere Grenze setzt ein klar abgegrenztes Vorhaben voraus, bei dem Sie Entscheidungen schnell treffen. Kommt später ein Admin-Bereich hinzu, verschiebt sich die Spanne nach oben. Laufende Kosten: 2.600 – 10.200 € je Jahr, Einzelheiten unter laufende Kosten.
Kundenportal
Ein Dienstleister gibt Kunden Einblick in Aufträge, Dokumente und Rechnungen. Mitarbeiter sehen mehr als Kunden, die Verwaltung pflegt Inhalte im Admin-Bereich. Zwei bestehende Systeme (Buchhaltung und Dokumentenablage) werden angebunden.
Annahmen: Web-App mit Rollen und Rechten, zwölf Bildschirmen, sechs Datenobjekten, zwei Schnittstellen und Admin-Bereich, angepasste Gestaltung.
| Baustein | Stunden | Kosten netto |
|---|---|---|
| Konzept | 45 – 75 | 4.500 – 10.000 € |
| Design | 55 – 100 | 5.100 – 12.700 € |
| Entwicklung | 250 – 430 | 24.000 – 58.000 € |
| Test | 60 – 100 | 5.000 – 11.600 € |
| Projektleitung | 65 – 125 | 6.500 – 18.800 € |
| Gesamt | 480 – 830 | 45.000 – 111.000 € |
Den größten Anteil tragen Entwicklung und Test der Schnittstellen und Rollen. Jede weitere Rolle und jedes weitere Fremdsystem erhöht beide Bausteine. Laufende Kosten: 5.900 – 24.000 € je Jahr, Einzelheiten unter laufende Kosten.
Außendienst-App
Techniker erfassen Einsätze vor Ort, auch ohne Netz. Die App läuft auf iPhone, Android-Geräten und im Browser des Büros. Rollen trennen Außendienst, Disposition und Leitung; drei Systeme sind angebunden.
Annahmen: App für Web, iOS und Android mit Rollen, fünfzehn Bildschirmen, acht Datenobjekten, drei Schnittstellen, Offline-Fähigkeit und Admin-Bereich, angepasste Gestaltung.
| Baustein | Stunden | Kosten netto |
|---|---|---|
| Konzept | 70 – 110 | 6.600 – 14.700 € |
| Design | 85 – 155 | 7.800 – 19.600 € |
| Entwicklung | 640 – 1.115 | 60.500 – 151.000 € |
| Test | 160 – 265 | 13.100 – 30.500 € |
| Projektleitung | 145 – 295 | 15.000 – 44.000 € |
| Gesamt | 1.100 – 1.940 | 103.000 – 259.500 € |
Offline-Fähigkeit und drei Plattformen treiben diesen Fall. Wer zuerst nur eine Plattform bedient, kann die Spanne deutlich senken und später erweitern. Laufende Kosten: 13.000 – 54.000 € je Jahr, Einzelheiten unter laufende Kosten.
So steuern Sie die Kosten
- Mit dem Kernablauf starten. Bauen Sie zuerst, was den Nutzen trägt, und ergänzen Sie Funktionen nach den ersten Erfahrungen.
- Eine Plattform zuerst. Eine Web-App erreicht alle Geräte. Native Apps lohnen sich, wenn Sie Gerätefunktionen oder Store-Präsenz brauchen. Mehr dazu im Beitrag Web-App oder native App?
- Standardgestaltung wählen. Eigene Farben und Schriften genügen oft, um die App erkennbar zu machen.
- Schnittstellen bewusst auswählen. Jede Anbindung braucht Pflege. Starten Sie mit denen, die manuelle Arbeit am stärksten ersetzen.
- Angebote vergleichbar machen. Lassen Sie alle Anbieter denselben Funktionsumfang kalkulieren. Wie Sie Angebote prüfen, steht im Beitrag Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen.
Was in der Schätzung nicht steckt
Der Rechner schätzt die Entwicklung. Nicht enthalten sind Inhalte wie Texte und Bilder, die Übernahme bestehender Daten, Schulungen, Marketing, rechtliche Prüfung sowie Umsatzsteuer. Die Betriebskosten nach dem Start behandelt die Seite laufende Kosten.
Häufige Fragen
Warum weichen Angebote so stark voneinander ab?
Meist, weil der Funktionsumfang unterschiedlich verstanden wird. Ein Angebot mit Admin-Bereich und Tests ist nicht mit einem ohne beides vergleichbar. Fragen Sie nach den enthaltenen Bausteinen.
Ist ein Festpreis günstiger als Abrechnung nach Aufwand?
Nicht automatisch. Ein Festpreis schafft Planungssicherheit, enthält aber einen Risikopuffer. Abrechnung nach Aufwand ist flexibler, verlangt aber von Ihnen mehr Steuerung.
Wie genau ist diese Schätzung?
Sie ist eine Orientierung auf Basis offener Annahmen. Die Methodik nennt Grenzen und Rechenwege: So schätzt der Rechner.
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